Todesumstände

 

Interpol schrieb Gaddafi, seinen Geheimdienstchef Abdullah al-Senussi und Gaddafis Sohn Saif al-Islam am 9. September 2011 zur Fahndung aus. Zwei Monate nach dem Fall von Tripolis hatte sich Gaddafi in Sirte, seiner Heimatstadt, verschanzt. Am 20. Oktober 2011 versuchte er mit Hilfe eines Autokonvois aus der Stadt, die längst belagert war, zu fliehen. Dieser Fluchtversuch scheiterte aber daran, dass Gaddafi mit einem Satellitentelefon 12.000 Soldaten zur Unterstützung des Befreiungskampfes forderte. Die NATO konnte ihn deshalb mit Hilfe von Abhörtechnik und einer US-Drohne in Sirt lokalisieren und verfolgen. Der Konvoi wurde anschließend von NATO-Flugzeugen des Typs Mirage 2000 D beschossen.

 Hier sind Autos des Konvois nach dem Beschuss zu sehen.

 

Ein offizieller Bericht der NATO besagt, dass die Piloten der Kampfflugzeuge den Konvoi beschossen haben, ohne zu wissen, dass sich Gaddafi in einem der Autos befand. Jedoch wird immer noch spekuliert, ob die NATO Gaddafi nicht schon länger beobachtet hatte, da Geheimdienstmitarbeiter angeblich schon vor dem Anruf Gaddafis einen Durchbruch bei seiner Suche hatten. Muammar al-Gaddafi überlebte den Angriff der Flugzeuge und versuchte zu Fuß zu fliehen. Berichten zufolge war er zu diesem Zeitpunkt schon verletzt. Er schaffte es, sich, in einer Betonröhre eines trockengelegten Kanals, zu verstecken. Kurz darauf wurde er von Rebellen entdeckt. Zuerst feuerten die Rebellen mit Flugabwehrgeschützen, die auf einigen Fahrzeugen montiert waren, auf die Stelle, an der sie ihn vermuteten. Dann stellten sie das Feuer ein und näherten sich den Rohren. Gaddafi habe ihnen zugerufen, dass man nicht schießen solle. Einer seiner Leibwächter signalisierte auch, dass sie sich ergeben wollten. Jedoch erschoss dieser daraufhin einen der Rebellen und ein Feuergefecht entbrannte. Während des Kugelhagels sei Gaddafi aus dem Rohr gekrochen. Er soll am Oberkörper und am Kopf geblutet haben und er habe in der einen Hand eine Kalaschnikow und in der Anderen eine Pistole gehalten. Er habe laut der Zeitung „Al Sharq al Awsat“ folgendes gesagt: „Meine Kinder, ihr erschießt mich? Meine Söhne, ich bin doch Gaddafi, ich bin der Führer, wieso erschießen?“. [1]

  Hier ist Gaddafi kurz vor seinem Tod zu sehen, nachdem er von Rebellen gefoltert wurde.

Zu diesem Zeitpunkt waren alle seiner Leibwächter tot. Gaddafi blieb jedoch nicht verschont, denn die Rebellen begannen damit, ihn zu misshandeln. Anschließend wurde Gaddafi blutüberströmt in einen Krankenwagen gezerrt. Mit ihm seien 10 Soldaten in dem Wagen gewesen und Gaddafi habe eine goldene Hose angehabt. Auf dem Weg zum Krankenhaus starb Gaddafi nach Angaben des Übergangsrates an einem Kopfschuss, der entstanden sei, als sich Gaddafis Anhänger und Gegner in einem Kreuzfeuer beschossen.

Viele sind sich aber nicht sicher, ob Muammar al-Gaddafi wirklich auf diese Art ums Leben kam. Ärzte aus dem Westen sind der Meinung, dass die zwei Schusswunden an Gaddafis Stirn nicht aus einem Gefecht stammen können, sondern aus nächster Nähe abgefeuert worden sein müssen. Dies würde zu der Aussage eines jungen Mannes passen, der  behauptet Gaddafi erschossen zu haben, nachdem er ihn auf der Straße erkannt hatte. Eine andere Variante bietet ein Handy-Video, auf dem man sieht, wie Muammar al-Gaddafi in einer hinrichtungsähnlichen Szene eine Pistole an den Kopf gehalten wird. Desweiteren wurde der Körper Gaddafis nicht zu einer Obduktion freigegeben. Das heißt, dass man die ganze Wahrheit zu seinen Todesumständen vielleicht nie erfahren wird.

Hier ist Gaddafi blutüberströmt in einer hinrichtungsähnlichen Szene zu sehen. Ihm wird eine Pistole an den Kopf gehalten.

Der UN-Menschenrechtsrat und auch der Internationale Gerichtshof fordern die volle Aufklärung der Todesumstände Gaddafis, da es sich bei seinem Tod angeblich um ein Kriegsverbrechen handeln könnte.[2]

Muammar al-Gaddafis Leiche wurde an einem geheimen Ort in der Wüste vergraben. Dies wurde damit begründet, dass man nicht wolle, dass Gaddafis Grab zu einer Pilgerstätte für seine Anhänger werde.[3]

  Hier sieht man schließlich den toten Körper Gaddafis.

 

 


[1] http://www.spiegel.de/politik/ausland/letzter-kampf-in-sirt-gaddafi-verkroch-sich-im-abwasserkanal-a-793044.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Muammar_al-Gaddafi

http://m.faz.net/aktuell/libyen-gaddafis-letzte-stunden-11500723.html

http://www.bild.de/politik/ausland/muammar-gaddafi/libyen-toter-diktator-was-passiert-mit-gaddafis-leiche-20593368.bild.html

[2] http://www.bild.de/politik/ausland/muhammad-gaddafi/libyen-gaddafi-tod-un-spricht-von-kriegsverbrechen-20594740.bild.html

[3] http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Libyen/grab.html